19.03.2025 — Michelle Bittroff. Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.
Bereits während seines Wahlkampfs hatte Donald Trump angekündigt, gegen alles vorzugehen, das er als „woke“ empfindet.
Nun hat die New York Times bereits auf über 250 Regierungswebseiten festgestellt, dass bestimmte Begriffe inhaltlich verändert wurden. Teilweise wurde explizit die Streichung dieser Begriffe angeordnet, teilweise wurden die Behördenleitungen angewiesen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem „vorsichtigen“ Umgang mit bestimmten Wörtern anzuhalten. Insgesamt sind über 200 Wörter betroffen, die aus der offiziellen Kommunikation der US-Regierung verbannt oder nur noch eingeschränkt verwendet werden dürfen:
Frauen, Rassismus, Diversität, Klimawandel, Golf von Mexiko, Black, people of color und der Zusatz „TQ+“ beim Akronym LGBTQ+ sind nur einige der Beispiele.
Für Kritikerinnen und Kritiker stellt diese sprachliche Neuausrichtung eindeutig eine Zensur dar! Doch wie begründet die Trump-Regierung diesen radikalen Schritt?
Die Regierung rechtfertigt ihr Vorgehen damit, dass es notwendig sei, um eine „linke Ideologie“ einzudämmen. Trumps Sprecherinnen und Sprecher betonen, dass viele der betroffenen Begriffe politisch gefärbt seien und keine objektive Grundlage hätten. Das Ziel bestehe darin, die Regierung „neutral“ zu halten.
Bürgerrechtsgruppen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Opposition kritisieren jedoch, dass durch diese sprachlichen Eingriffe gesellschaftlich kontroverse Themen bewusst aus dem öffentlichen Diskurs verdrängt würden.
Die sprachliche Neuausrichtung scheint sich nahtlos in Trumps politischen Kurs einzufügen: Neben der Abschaffung staatlicher Programme zur Förderung von Diversität, Fairness und Inklusion ordnete er in einem Dekret an, dass die USA keine geschlechtsneutralen Reisepässe mehr ausstellen dürfe. Zudem schränkte er den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen weiter ein. Er hob zwei Dekrete Bidens auf, die den Zugang zu Abtreibungspillen sicherten und es Frauen erleichterten, in Bundesstaaten einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen, in denen dieser nicht verboten ist.
Bei den neuesten Entscheidungen wird zudem Trumps Widersprüchlichkeit kritisiert – während er sich als Verteidiger der Meinungsfreiheit inszeniert, verbietet er gleichzeitig Begriffe, die nicht mit seiner politischen Agenda vereinbar sind.
Trumps am 5. März vor dem Kongress betonte „Meinungsfreiheit“ scheint also klare Grenzen zu haben – mit einer Ausnahme: Der US-Präsident selbst bleibt davon unberührt und verwendet die untersagten Begriffe nach Belieben.
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