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Außergewöhnliche Architektur: Valley, Amsterdam

28.03.2025  — Michelle Bittroff.  Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.

Gebäude, die sich den architektonischen Normen widersetzen, faszinieren immer wieder aufs Neue. Was Architekten sich alles einfallen lassen und auch verwirklicht haben, erfahren Sie in unserer Reihe „Außergewöhnliche Architektur“. Heute: Valley, Amsterdam.

Das Zuidas-Viertel in Amsterdam hat in den letzten 20 Jahren eine Wandlung vollzogen: Es hat sich zum wichtigsten internationalen Finanz- und Geschäftszentrum der niederländischen Hauptstadt entwickelt. Dies hat jedoch dazu beigetragen, dass das Wohnen nicht im Mittelpunkt des Viertels stand und steht. Mit dem Projekt „Valley“, das 2021 fertiggestellt wurde, will die Stadt dem entgegenwirken.

Das Bild zeigt das Valley in Amsterdam

© Von Eleanor B, Unsplash, Unsplash Lizenz; für Großansicht bitte anklicken

Aus Fels gehauen

Wie der Name „Valley“ schon andeutet, wollten sich die mit dem Bau beauftragten Architektinnen und Architekten von der Firma MVRDV bei der Gestaltung des Gebäudes von der Natur inspirieren lassen. So wirkt der 75.000 Quadratmeter große Komplex wie aus dem Fels eines Canyons gehauen. Gerade in den flachen Niederlanden ist ein solch „bergähnliches“ Gebäude ein wahrer Eyecatcher. Und nicht nur optisch erinnert das „Valley“ an einen Berg. Auch die Größe ist beeindruckend, denn der Gebäudekomplex ragt über 100 Meter in den Himmel und auf der Spitze befindet sich die Sky-Bar, von der aus man einen beeindruckenden Panoramablick über Amsterdam genießen kann.

Das Bild zeigt das Valley aus der Ferne

© Von Choinowski, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; für Großansicht bitte anklicken

Insgesamt umfasst das „Valley“ knapp 200 Wohnungen mit einer Größe zwischen 55 und 400 Quadratmetern. Auf sieben separaten Etagen befinden sich Büros, Geschäfte, Restaurants, ein Fitnessstudio sowie ein Schwimmbad und ein Naturkundemuseum. So schafft der Gebäudekomplex einen perfekten Übergang zwischen der urbanen Geschäftsumgebung des Stadtteils Zuidas und den grünen Sportplätzen und Wohnmöglichkeiten.

Weitere Besonderheiten des „Valleys“:

  • 3-stöckige Tiefgarage für 375 Autos
  • Platz für 1.850 Fahrräder
  • Gebäudeverkleidung aus Naturstein, die an Canyons des Wilden Westens erinnern soll.
  • Vorsprünge, Rücksprünge, Auskragungen, Terrassen und Balkone sowie Loggien und Erker mit Winkeln zwischen 100 und 140 Grad wechseln sich regelmäßig ab
  • Glas-Faltwände lassen sich an den Balkonen individuell öffnen und zusammenschieben

Diese besondere Gestaltung sorgt dafür, dass im „Valley“ keine Wohnung der anderen gleicht und sie verstärkt den Eindruck eines aus dem Fels gehauenen Gebäudes.

Das Bild zeigt die Glaswand des Valleys

© Von Marina Poliukhovich, Unsplash, Unsplash Lizenz; für Großansicht bitte anklicken

Vertikale Gartenlandschaft

Die Natur ist Teil dieser außergewöhnlichen Architektur! Das gilt auch für die Bepflanzung innerhalb und außerhalb des „Valleys“.

Mit der Begrünung wurde der niederländische Landschaftsgärtner Piet Oudolf beauftragt. Seine Idee: Über die zehn Stockwerke verteilt rund 270 Bäume und Sträucher sowie 13.500 kleinere Beetpflanzen auf Terrassen und Balkonen zu pflanzen. Vogel- und Fledermauskästen sowie Insektenhotels sorgen dafür, dass keine Monokulturen entstehen. Seit der Eröffnung des Gebäudes sind Gärtnerinnen und Gärtner für das Wachsen und Gedeihen des vertikalen Gartens verantwortlich. Doch nicht nur das: Der Garten reduziert zudem den CO2-Fußabdruck des Gebäudes und fördert auch die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner.

Aber nicht nur wegen seiner Begrünung gilt das „Valley“ als „grünes Gebäude“.

Energieeffizienz vom Feinsten

Der Gebäudekomplex gehört zu den so genannten Plusenergiehäusern. Das bedeutet, dass er mehr Energie erzeugt, als er von außen bezieht. Möglich wird dies durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern, Fernwärme, Dreifachverglasung sowie effiziente Fußbodenheizung und -kühlung.

Ein von der Firma Arup Amsterdam speziell fürs „Valley“ entwickeltes, hochmodernes Tool ermöglicht darüber hinaus die Kontrolle über die Menge des Tages- und Sonnenlichts in Echtzeit, das in die Wohn- und Büroräume eindringt, über die strukturellen Einschränkungen der einzelnen Wohnungen und über die erforderliche Privatsphäre der Bewohnerinnen und Bewohner. Auf diese Weise wird die Nachhaltigkeit weiter verbessert.

In 2021, noch im selben Jahr seiner Eröffnung, wurde das „Valley“ mit dem Emporis Skyscraper Award als bester neuer Wolkenkratzer ausgezeichnet.

Bild: rawpixel.com (Pexels, Pexels Lizenz)

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