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Deutschland 2024 – Klimaziele erreicht, Wirtschaft in Rezession

21.03.2025  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa).

Am 14. März 2025 hat das Umweltbundesamt aktuelle Zahlen zur Treibhausgasemission (THG) in Deutschland für das Jahr 2024 verkündet. Die gesetzten THG-Reduktionsziele der Bundesregierung wurden erfüllt und die Klimaziele für 2030 sind laut Projektion erreichbar.

Der Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck wertet dies als Erfolg und fordert die nächste Regierung auf, diese Arbeit so fortzusetzen. Um den Erfolg der politischen Arbeit zur Nachhaltigkeit ganzheitlich zu bewerten, reicht eine einzelne Emissionskennzahl jedoch nicht aus. „Ein erfolgreiches Management erfordert eine ausgewogene Beachtung von Zielen und Kennzahlen in den vier Dimensionen Wirtschaft, Umwelt, Soziales und Technik“, so Olaf Eisele, wissenschaftlicher Mitarbeiter am ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft.

Gemäß einer Pressemeldung des Umweltbundesamts lag die äquivalente CO2-Emission von Deutschland im Jahr 2024 bei 649 Millionen Tonnen. Dies entspricht einer Reduzierung von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 48,2 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990.

Gegensatz global: Anstieg der CO2-Emissionen um 1 Prozent

Auf globaler Ebene gehen erste Schätzungen für das Jahr 2024 davon aus, dass die weltweiten CO2-Emissionen durch fossile Energieträger um etwa 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Dies entspricht mehr als 50 Prozent der deutschen Emission im gleichen Jahr. Gegenüber dem Basisjahr 1990 haben sich die globalen CO2-Emissionen um mehr als 65% erhöht. Die für den Klimawandel maßgeblichen globalen Ziele wurden somit nicht erreicht.

Keine ganzheitlich positive Entwicklung

Betrachtet man zusätzlich wirtschaftliche Kennzahlen, wird deutlich, dass keine ganzheitlich positive Entwicklung vorliegt. Laut dem Statistischen Bundesamt lag die Wirtschaftsleistung von Deutschland im Jahr 2024 gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei 4,3 Billionen Euro. Das preisbereinigte BIP ist gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozent gesunken. Damit hatte Deutschland das zweite Jahr in Folge eine rezessive Wirtschaftsentwicklung. Die Arbeitsproduktivität sank ebenfalls das zweite Jahr in Folge, während die Lohnstückosten weiter um mehr als 5 Prozent gestiegen sind.

Auf globaler Ebene konnte im Jahr 2024 gemäß dem International Monetary Fund ein mittleres Wirtschaftswachstum in Höhe von 3,2 Prozent und in Europa in Höhe von 0,8 Prozent realisiert werden. Deutschland hatte somit eine vom globalen und europäischen Trend abweichende Wirtschaftsentwicklung.

Eine ganzheitliche Erfolgsbewertung betrachtet vier Dimensionen: Wirtschaft, Umwelt, Soziales und Technik

Zur ganzheitlichen Erfolgsbewertung auf globaler, nationaler und betrieblicher Ebene empfiehlt das ifaa ein vierdimensionales Ziel- und Kennzahlensystem. Dies soll eine unausgewogene Fokussierung auf einzelne Ziele und Kennzahlen mit negativen Folgen für das Gesamtsystem verhindern. Ausgewählte Kennzahlen in diesen vier Dimensionen auf globaler und nationaler Ebene finden sich in einem aktualisierten ifaa-Faktenblatt: Nachhaltigkeit in Zahlen. Situation auf globaler, nationaler und betrieblicher Ebene.

Für eine Nachhaltige Entwicklung von Staaten und Organisationen ist eine kontinuierliche Verbesserung der Leistungsfähigkeit in den Dimensionen Wirtschaft, Umwelt, Soziales und Technik erforderlich. Dies ist Gegenstand eines Nachhaltigkeitsmanagements. Für die betriebliche Ebene hat das ifaa dazu ein Managementkonzept entwickelt. Weitere Informationen zu diesem Konzept sowie Arbeits- und Handlungshilfen für die praktische Umsetzung stehen hier zur Verfügung.

Bild: pixabay (Pexels, Pexels Lizenz)

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